Donnerstag, 5. Januar 2012

„Gorch Fock“ wird nicht in Kiel repariert
Kiel - Die Enstcheidung war knapp. Gewinner bei der Ausschreibung um die Reparatur ist die Elsflether Schiffswerft geworden. Das Unternehmen ging nach KN-Informationen als Sieger aus dem Bieterverfahren hervor, die Kieler Lindenau Werft unterlag nur knapp.
In der Lindenau Werft wurden die Schäden am Rumpf der "Gorch Fock" entdeckt.
Die Elsflether Werft soll die „Gorch Fock“ jetzt bis Ende Mai sanieren und wieder seetüchtig machen. Im Rumpf müssen große Mengen Bleiballast entfernt werden. Durch starke Korrosion waren Teile der Bordwand so geschwächt worden, dass eine sichere Seefahrt nicht mehr möglich war. Zurückzuführen war dieser Mangel auf außergewöhnliche Korrosion. Die wiederum ist nach internen Untersuchungen der Bundeswehr dadurch begünstigt worden, dass die jeweils 20 Kilogramm schweren Bleibarren nicht entsprechend isoliert worden waren. Außerdem soll die auf der Rumpfinnenseite aufgebrachte Farbe ungeeignet gewesen sein. Der gesamte Ballast war zuletzt bei der Überholung in Elsfleth im Frühjahr 2010 für Korrosionsschutzarbeiten aus dem Schiff geholt worden. Der Kommandeur des für die „Gorch Fock“ zuständigen Marineamtes hatte deswegen eine Untersuchung über die Hintergründe dieser unerwartet starken Mängel gefordert.
Entdeckt wurde der Schaden bei einer Routinedockung Ende Oktober im Dock der Lindenau Werft in Kiel. Nachdem der Schadensumfang im November sich in die Millionen summierte, musste die Bundeswehr den Reparaturauftrag für das 53 Jahre alte Schiff ausschreiben. Neun Werften bewarben sich in der Ausschreibung um den Auftrag.Bis Dienstag konnten alle Bieter beim Marinearsenal in Wilhelmshaven ihre Angebote abgeben. Die Entscheidung fiel dann am Mittwochvormittag hinter verschlossenen Türen. Nach KN-Informationen soll das Angebot der Elsflether Werft preislich nur knapp unter dem der Lindenau Werft aus Kiel gelegen haben.Die Elsflether Werft wird die „Gorch Fock“ nach der Überführung nicht selbst docken. Sie hat in Bremerhaven bei einer Werft ein Schwimmdock reservieren lassen. Dort soll der Rumpf Stück für Stück saniert werden. Die Vor- und Nachbereitung erfolgt dann jeweils in Elsfleth. Die Elsflether Werft selbst verfügt über kein so großes Schwimmdock.Für die Überführung zur Weser gibt es für die „Gorch Fock“ noch viele Fragezeichen, die vom Wetter und Seegang bestimmt werden. Die Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal fällt aus, da die über 45 Meter hohen Masten diesmal aus Gründen der Arbeitssicherheit nicht gekürzt werden können. Für die zweitägige Reise via Skagen braucht das Schiff ein Wetterfenster mit ruhiger See. Aus diesem Grund soll die „Gorch Fock“ nach dem provisorischen Abdichten im Dock der Lindenau Werft freitagfrüh zunächst an die Tirpitzmole geschleppt werden. Dort soll Kommandant Michael Brühn die Besatzung dann in Ruhe auf die Reise nach Elsfleth vorbereiten. Wann die „Gorch
Fock“ wieder in Kiel zurück sein wird, steht derzeit noch nicht fest.
Quelle: KN-online 05.01.2012

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