Freitag, 24. Juni 2011

Gorch Fock bleibt Segelschulschiff der Marine

"Gorch Fock" wird Segelschulschiff bleiben.
Befreiende Nachricht für die Besatzung: Laut Landtagspräsident Torsten Geerdts wird die "Gorch Fock" Segelschulschiff der Marine bleiben. Über die Quellen für seine Kunde schwieg er beharrlich.
Die "Gorch Fock" wird nach Darstellung des schleswig-holsteinischen Landtagspräsidenten Torsten Geerdts auch in Zukunft Segelschulschiff der Marine bleiben. "Die Signale sind eindeutig", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Kiel bei einem Besuch des Patenschiffs des Landtags, das seit der Rückkehr von seiner bislang letzten Ausbildungsfahrt an der Tirpitzmole des Marinehafens liegt. Die Fahrt war vom Tod einer Kadettin überschattet worden.
Auf mehrfaches Nachfragen nach seinen Quellen erklärte Geerdts, er stütze sich nicht nur auf bisherige Äußerungen von Marineinspekteur Axel Schimpf und Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU), sondern er habe auch weitere Gespräche geführt - mit wem, das wollte Geerdts, verschmitzt lächelnd, nicht sagen: "Sonst wäre ich ein hundsmiserabler Politiker." Es gebe "sehr positive Entscheidungen und Andeutungen".
Geerdts äußerte sich positiv über den bisherigen Kommandanten Schatz
Derzeit stehen noch (bis Ende Juni) der Bericht der Havariekommission der Marine zum Unfallhergang der am 7. November 2010 aus der Takelage gestürzten Kadettin und (bis Ende Juli) der Bericht einer unabhängigen Kommission unter Leitung des Historikers Reiner Pommerin zur Reform der seemännischen Basisausbildung aus. Dabei geht es auch um die Frage, inwieweit ein Segelschulschiff für ein hochmoderne Marine überhaupt noch Sinn macht.
Über den bisherigen Kommandanten Norbert Schatz, den der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vorläufig vom Amt suspendiert hatte, äußerte sich Geerdts sehr positiv. Schatz genieße eine hohe Wertschätzung, die Mannschaft stehe zu ihm, und er genieße Sympathien in der Bevölkerung, sagte Geerdts. Insofern könnte er eine endgültige Abberufung von Schatz nicht einfach so nur zur Kenntnis nehmen.
Geerdts: Kiel ist und bleibt Heimathafen der "Gorch Fock"
Nach einem unbestätigten Bericht des "NDR Schleswig-Holstein Magazins" vom Mittwoch soll die Havariekommission empfehlen, auf Schatz als Kommandanten zu verzichten. Die Entscheidung liege nun beim Marineinspekteur Schimpf. Es gelte jedoch als äußerst unwahrscheinlich, dass er eine Entscheidung gegen die Empfehlung der Kommission treffe, berichtete der NDR. Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" soll das Gremium festgestellt haben, dass es am Tag des Unfalls der Kadettin zu Fehlverhalten an Bord gekommen sei, das auch der Schiffsführung anzulasten sei. Schimpf werde noch vor der parlamentarischen Sommerpause den Verteidigungsausschuss des Bundestags über sein weiteres Vorgehen informieren. Bei der Rückkehr des Segelschulschiffs nach Kiel Anfang Mai hatte der Marineinspekteur gesagt, er hoffe, dass Schatz seinen Posten wieder übernehmen werde. Geerdts sagte am Donnerstag, er habe mit Schatz, den er schon länger kennt und schätzt, gesprochen - aber nicht über Details des Unfalls der Kadettin.
Bei nasskaltem Regenwetter kam Geerdts an Bord des Schiffes, begleitet von vier Landtagsabgeordneten der SPD, CDU, FDP und vom SSW. Die Parlamentarier informierten sich über die Segelausbildung und die Unterbringung der Kadetten. In der Offiziersmesse gab es schließlich ein Gespräch mit etwa zehn Mitgliedern der Stammbesatzung, die Presse blieb draußen. Unter der Besatzung habe eine gute Stimmung beherrscht, weil Kiel Heimathafen der Gorch Fock "ist und bleibt", berichtete Geerdts.
Zuletzt hatte es Spekulationen über diese Frage gegeben, weil das Schiff zur besseren Ausbildung der Kadetten im September und Oktober an die Marineschule Mürwik nach Flensburg verlegt wird. Verunsicherung habe über die Zukunft des Kommandanten geherrscht
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QUELLE www.shz.de 24.06.2011

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