Samstag, 22. Januar 2011

Die Mannschaft ist geschockt

Nur einen Tag nach Auslaufen aus Ushuaia erfuhr die Besatzung von den Anschuldigungen die man von Deutschland aus der Schiffsführung vorwarf und das ihr Schiff unverzüglich zurück in den letzten Hafen beordert wurde. Als die Gorch Fock am 20.01.11 dort vor Reede lag, weil kein Platz mehr im Hafen frei war, überlegte man an Bord weitere Pläne zur Weiterfahrt, da die Delegation aus Berlin erst am 27.01.11 eintreffen sollte. Man überlegte Valparaiso anzusteuern und Acapulco (Mexico) aus zeitlichen Gründen aus der Planung zu streichen. Der Versuch eines Offiziers beim Hafenmeister einen Shuttleservice für die Besatzung zu erlangen, sodaß man zumindest an Land konnte weil bis Eintreffen der Delegation kein Hafenplatz zur Verfügung stehen werde, wurde abgelehnt. Gleichzeitig mußte sich der Offizeir durch eine Gruppe wartender Presse durcharbeiten, die alle nur ihre story wollten. Die Besatzung erfuhr dann von den weiteren Vorfällen der Bundeswehr aus Deutschland und gegen 18:00 geschah dann das Unerwartete. Während des Abendessens kam die Durchsage, das die gesammte Besatzung an Deck zur Kommandantenmusterung anzutreten hatte. Der Kommandant begrüßte die Besatzung und teilte so gefasst wie möglich mit, das der Bundes-Minister der Verteidigung ihn mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Kommandant dieses Schiffes entbunden habe.
Die Mannschaft erlebte eine absolute Stille an Bord, die es so noch nie gegeben hatte. Sprachlose Gesichter der Enttäuschung. Minutenlang absolute Ruhe und Ratlosigkeit.
Sicherlich wird die Gorch Fock noch einige weitere Häfen anlaufen müssen um für die vorzeitige Heimreise Proviant und Treibstoff an Bord zu nehmen, bevor sie vorraussichtlich im April im Heimathafen Kiel einlaufen wird, wo man sie vorerst "an die Kette legen will".

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